Kreativität stösst oft auf Widerstand
Eine Studie der Cornell University mit dem Titel The Bias Against Creativity: Why People Desire But Reject Creative Ideas gibt interessante Erkenntnisse darüber, warum kreative Ideen und Lösungen bei Anderen oft auf Ablehnung stossen.
Ein Zitat daraus:
“Beyond merely having a preference for the status quo or familiar ideas our results suggest that people have ambivalent feelings towards creativity. If people hold an implicit bias against creativity, then we cannot assume that organizations, institutions or even scientific endeavors will desire and recognize creative ideas even when they explicitly state they want them.”
Ein Ergebnis der Studie zeigt, dass die Ablehnung gegenüber kreativen Ideen speziell bei einem Gefühl der Ungewissheit oder Zweifeln stark ansteigt. Das erklärt für mich auch sehr schön, warum die Unternehmenskultur so ein wichtiger Faktor ist um Kreativität und damit in Folge auch Innovation in einem Unternehmen zu ermöglichen.
Where great ideas come from und warum "Projekt-Räume" für uns wichtig sind
Hier ist ein tolles und inspirierendes Video von Steve Johnson in dem er den Werdegang von Ideen näher beleuchtet.
Seine Erkenntnisse kurz zusammengefasst ...
1. gute Ideen benötigen Zeit um sich zu formen
2. Ideen existieren über längere Zeit in einer unausgegorenen Form
3. es braucht "Räume" in denen unterschiedliche Impulse in Ideen geformt werden können
4. "Connectivity" kann bei der Kreation neuer Ideen helfen - "think web"
5. "Ablenkungen" sind eine Realität - aber auch eine zusätzliche Möglichkeit um sich mit anderen zu verbinden und so neue Impulse zu erhalten
George Kembel: Awakening Creativity
Was verhindert Innovation?
Wird Innovation vielleicht gar durch zuviel Wissenschaft verhindert? Eine durchaus berechtigte Frage die von Fast Company in einem Interview mit Roger Martin, dem Rektor der Rotman School of Management at the University of Toronto gestellt wird. Martin im Interview:
"Most companies try to be innovative, but the enemy of innovation is the mandate to "prove it." You cannot prove a new idea in advance by inductive or deductive reasoning." "The march of science is good, and corporations are being run more scientifically. But what they analyze is the past. And if the future is not exactly like the past, or there are things happening that are hard to measure scientifically, they get ignored. Corporations are pushing analytical thinking so far that it's become unproductive. The future has no legitimacy for analytical thinkers."
Das deckt sich auch mit unseren Erfahrungen in der Arbeit mit Geschäftsmodellen. Unternehmen verlassen sich oft auf die Analyse von existierenden Daten aus der Vergangenheit und Marktforschung, die wiederum die Vergangenheit von potentiellen Kunden wiederspiegelt.
Innovation im Gegensatz dazu, erfordert aber nicht-lineare Ansätze und Entwicklungsprozesse. Hypothesen basierend auf intuitivem Wissen werden gebildet, Ideen dann schrittweise weiterentwickelt und im Kundenumfeld auf Gültigkeit getestet. Die Ergebnisse geben Antworten auf (noch) nicht gestellte Fragen, zeigen neue Möglichkeiten auf und liefern fundierte Entscheidungsgrundlagen. Roger Martin liegt hier ganz auf einer Linie mit unseren Ansätzen zum Design Thinking und Business Model Prototyping.Zum Abschluss noch ein kurzes Zitat aus dem Interview, dass uns in diesem Zusammenhang ein schmunzeln entlockt:
Da haben ja jetzt dann scheinbar einige noch weniger Grund "happy" zu sein. :-)
Support for innovation is not the same as support for R&D
A Nesta report, presenting plans for a new innovation index has now recognised that most of the spending that promotes innovation does not take place in science departments. The financial services industry may have been Britain’s most innovative industry in the past two decades – perhaps too innovative – but practically none of the expenditure behind that innovation comes under “R&D”. And the same is true in retailing, media and a host of other innovative industries.



